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Zweifellos
an sich
Der kleine, immer müde Paul,
der mit dem schrecklich frechen Maul
- ganz typisch für die Pubertät -,
kommt wieder einmal viel zu spät
dreist grinsend in den Unterricht,
denn Pünktlichkeit als seine Pflicht
kennt er als Tugend längst noch nicht.
Er wird wie oft gleich hart gerügt,
was offenbar noch nicht genügt,
denn hier wie oft an andrem Ort
hat Paul - wer sonst? - das letzte Wort.
Der Lehrerin nun zugewandt
nimmt er, er ist dafür bekannt,
das Heft des Handelns in die Hand:
Verspätung halten Sie für Mist,
für mich sie doch Verpflichtung ist.
Ich bin sie mir von Grund auf schuld,
wer auf mich wartet, braucht Geduld.
Komm ich zu spät, ist das ein Muss,
kein Zufall, sondern kalkuliert
und sorgsam meistens inszeniert.
Der Volksmund weiß, als Hochgenuss
kommt stets der das Beste erst zum Schluss.

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