Ellipse: Prall und Proll
     

 

                Verwünscht

Wieder hat die Fee Mirinda
von dem fernen Stern Bilinda
ihren Weg zu uns gefunden,
wenn auch nur für kurze Stunden.

Paul hat sie im Park getroffen;
er lag dort, war stockbesoffen.
Erst macht sie ihn wieder nüchtern
und fragt dann verhalten schüchtern,
welcher Kummer ihn denn plage,
welche hoffnungslose Lage
ihn so abgrundtief verletze,
dass es alle Welt entsetze.

Paul mit zitternd leiser Stimme,
fürchtet wohl, sie sei `ne Schlimme:
Wie der Pabst einst Martin Luther
so quält mich die Schwiegermutter.
Dieser Drache, dieser Fetzen
will mich seelisch nur verletzen.


Vor Empörung fängt Mirinda
von dem fernen Stern Bilinda
an, im Sternenstaub zu glühen,
Goldkristalle zu versprühen,
die um ihre Locken kreisen
untermalt von süßen Weisen.

Dann spricht sie zutiefst betörend
ihren fernen Gott beschwörend:
Paul, dir soll geholfen werden,
Null Problemo hier auf Erden!

Wünsch dir was und schon sind deine
Wünsche automatisch meine,
werden dich wie mich entzücken,
keine Sorgen uns mehr drücken.

Doch ich muss noch eines sagen,
eh wir uns ans Wünschen wagen:
Dies hat leider einen Haken,
stark wie Arme böser Kraken:

Alles, was ich dir erfülle
- mach jetzt bitte kein Gebrülle! -,
kriegt sofort auch dieser Drachen.
Ist so! Schade! Nichts zu machen!
Und wie halt der Hase hoppelt,
sie kriegt alles noch verdoppelt.

Das ist so für mich, Mirinda,
von dem fernen Stern Bilinda
ganz in Ordnung und in Butter,
gilt für jede Schwiegermutter,
auch für die von Päpstin Luther.

Paul ist stumm, weiß nichts zu sagen,
spürt nur Krämpfe tief im Magen.
Er hakt nach: Ist nichts zu machen?
Nun, dann hat sie nichts zu lachen.

Vor der Sache mit den Kraken
und dem krummen, bösen Haken
dachte ich an ein, zwei Datschen,
wo am Strand die Wellen klatschen.
Weit entfernt dann von uns zweien
wäre nichts mit Feuer speien.

Jetzt doch hätt´ ich sehr viel lieber
so ein Neununddreißig-Fieber.

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