Ellipse: Prall und Proll
     

 

               Supermarkt

Wieder einmal Samstagmorgen!

Änne muss noch was besorgen,
hier zwei Liter Milch in Flaschen,
dort was Marzipan zum Naschen,
Futter für die beiden Katzen,
Milben-Ex für zwei Matratzen.

Dies und andres ist zu kaufen,
das bedeutet laufen, laufen
durch die endlos langen Hallen,
wo dich Werbespots beschallen,
man den Fleischsalat nicht findet,
der am Horizont verschwindet.

Fünf Pfund Äpfel für den Gatten,
Gift und Köder für die Ratten
fehlen noch im Einkaufswagen.
An der Kasse hört man Klagen
über Kosten, Steuern, Preise
Wohin geht denn bloß die Reise?

Nur die Äpfel, die zum Essen,
hätte Änne fast vergessen;
braucht auch für die Obstmelange,
Berlepsch, Elstar, Cox Orange.
Wo geht´s zu den Frischobstständen?

Jeder greift mit eignen Händen
ganz nach Wunsch die eigne Ware,
biobauernwunderbare.

Tief besorgt um ihren Männe
fragt die gute Hausfrau Änne
irgendeine Azubine,
laut dem Namensschildchen „Trine“,
die noch jugendlich verpickelt
Rosenkohl in Folie wickelt,
ob die Frischobstleckereien
wohl mit Gift behandelt seien.

Aber! Aber! tönt Gesine,
Chefin jener Pickel-Trine,
Giftig spritzen?!!, Solche Sachen
müssen Sie schon selber machen,
draußen möglichst und im Kalten,
dann kann sich das Zeug entfalten,
gut in Schnaps getränkt servieren,
wunschgemäß wird´s dann passieren .

 

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