Ellipse: Prall und Proll
     

 

                  Sprachhygiene

Sterben scheint recht grob zu klingen,
Flüstern hilft nicht, auch nicht Singen.
Sollten wir nicht so verbleiben,
Sterben einfach zu umschreiben?

Hat´s den Kapitän getroffen,
sagt man, er ist abgesoffen.

Muss man für den Jockey beten,
hat ihn wohl sein Pferd getreten.

Turnern dürft es besser schmecken,
sagt statt sterben man verrecken.

Strippenzieher will man hoffen,
werden nur vom Schlag getroffen.

Trittbrettfahrer, ungebeten,
sind ganz einfach abgetreten.

Sterben Jungfern ohne Glück
klingt die Nachricht sehr postalisch,
aber mehr noch bestialisch:
Ungeöffnet und zurück.

So erscheint doch all dies netter,
viel sensib
eler und adretter?
Damit tust du - nota bene! -
Gutes für die Sprachhygiene.

 

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