Ellipse: Prall und Proll
     

 

          Spiegelfechtereien

Blödi ging mit Blödian,
beiden hat das gut getan,
drei bis vier mal um den Block,
tranken dann noch einen Grog
in der Kneipe nebenan,
die da heißt ZUM HAMPELMANN.

Auf dem Weg nach haus, zurück
fanden sie ein gutes Stück,
einen Spiegel, schön gerahmt,
Jugendstil, doch nachgeahmt.

Blödi schaut als erster rein,
wundert sich ganz ungemein:
Mensch, da schaut mich einer an!
Woher kenne ich den Mann?


Blödian sagt Bin gespannt!,
nimmt den Spiegel in die Hand
und Dass den Du nicht erkennst,
nicht mal seinen Namen nennst,
das versetzt mir einen Stich,
denn der Kerl, das bin doch ich.


Jeder hat noch was gelacht,
dann sich auf den Weg gemacht.
Heim nach haus zu Hof und Herd,
heim zur Frau, geliebt, geehrt,
und zur Tochter, seinem Kind
eilt nun Blödi ganz geschwind,
bringt das gute Fundstück mit,
ist ein edles Teil, kein shit.

Als die Tochter Blödilies,
meistens ist sie blöd und fies,
in den blanken Spiegel blickt,
ist sie förmlich eingeknickt,
und ruft Papa, dieses Schwein,
kommt nach haus, ist nicht allein,
hat ein Weibsbild noch bei sich,
das sieht fast so aus wie ich.
Papa, geiler Sonderling,
schäm Dich, so ein junges Ding!


Neugier treibt nun Blödima
hin zu diesem Erztrara.
Sie wirft einen Blick nur kurz
auf den Spiegel, einen Furz
lässt sie und sagt Ei der Daus,
die sieht aber Scheiße aus.

 

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