Ellipse: Prall und Proll
     

 

               Spätschicht

Die Büros sind alle leer,
dort sitzt längst schon keiner mehr,
Überstunden aber macht
meist bis kurz vor Mitternacht
unser Chef, zwar schon betagt,
der doch gern noch mal was wagt
mit der süßen Beatrix.

Gäb´s die nicht, dann liefe nix;
sie ist seine rechte Hand
und sie raubt ihm den Verstand,
wenn er mal mit ihr allein
nicht nur Händchen hält zu zwei
en.

Heute hat - Welch strammer Mann! -
er nur noch die Socken an,
Bea ihren Unterrock,
scharf macht das den alten Bock,
als das Telefon grell schrillt
und so die Erotik killt.

Bea ist sofort auf Trab,
nimmt den Hörer auf und ab,
säuselt einen netten Gruß
und erzählt noch manchen Schmus.

Frau Direktor, sagt sie dann,
ja, er ist noch hier ihr Mann,
zieht sich eben grad was an.
Nochmals Ja, Sie haben Recht,
aufhör
en kann er meist nur schlecht.

Doch er ist so gut wie weg
mitgenommen vom Heckmeck,
von dem Frust und manch Verdruss,
den er hier erleiden muss,
wenn er nicht nach hause geht,
sondern bleibt bis abends spät.

Jetzt ist er so rundum platt,
dass er keinen Wunsch mehr hat.
Ich weiß, dass er nichts vermisst,
nur noch fix und foxie ist.

 

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