Ellipse: Prall und Proll
     

 

             Sehschwäche

Bruno, noch so jung an Jahren,
hat schon allerhand erfahren,
denn er leidet an den Augen,
die schon fast zu nichts mehr taugen.

Meistens kann er gar nicht sehen,
wo die Kaffeetassen stehen,
wo die Unterhemden liegen.
Irgendetwas abzuwiegen,
ist nicht grade seine Wonne,
Mondschein oder Strahl der Sonne
kann er nur noch unterscheiden
an der Wärme dieser beiden.

Nennen könnt man tausend Sachen,
keine derer wär zum Lachen:
Sehgeschädigt, fast noch Kind,
aber doch so gut wie blind!

Nun empfahl ihm Dr. Bolle
bei der letzten Druckkontrolle:
Kauf Dir doch mal, junger Mann,
bitte denk demnächst daran,
macht Dich zwar auch nicht gesund,
aber froh im Herzensgrund,
kauf Dir einen Blindenhund.


Bruno fühlt sich echt düpiert
und wirkt sichtbar deprimiert:
Blind bin ich wohl selber doch,
was soll dann der Unsinn noch.

Sehen kann ich selber nicht,
nicht einmal das Tageslicht.
Nichts sehen, das kann ich allein;
Hilfe muss dafür nicht sein.

Hab mit mir genug zu tun,
nur mit mir, mir blindem Huhn,
blind brauch ich aus keinem Grund
auch noch einen blinden Hund
.

 

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