Ellipse: Prall und Proll
     

 

                Petri Heil!

Paul und Egon gehen angeln,
wo sich Fische darum rangeln,
einen fetten Wurm zu schnappen,
in die Falle so zu tappen,
unter Weiden und drei Pappeln
an der Angel rumzuzappeln.

Da nun sitzen diese beiden,
können´s absolut nicht leiden,
wenn gesprächig laut Passanten
- meistens irgendwelche Tanten -
hinter ihnen stehen bleiben
und die Fische so vertreiben.

Schon seit vielen langen Stunden
tanzen Mücken ihre Runden,
rechts am Strauch Verliebte bummeln,
leise hört man Hummeln brummeln;
durch das Gras kriecht manch ein Käfer,
linker Hand spielt stumm ein Schäfer
mit zwei jungen Schäferhunden,
beide frei, nicht angebunden.

Wo die Sommerhitze schimmert,
kräuselt sich die Luft und flimmert.
Dann und wann weht eine Briese
frischen Duft gemähter Wiese
durch die sommerwarmen Lüfte,
mischt dazu die Bratendüfte
einer nahen Frittenbude,
die da heißt Bei Tante Trude.

Nach zwei Stunden kommt in jene
friedlich malerische Szene
heftig, ganz abrupt Bewegung,
fast schon so was wie Erregung.
Paul kreuzt schwungvoll seine Beine,
zupft mal sachte an der Leine,
um gleich wieder zu erstarren
und so weiter zu verharren.

Nach zweihundertzehn Minuten
hört man einen Dampfer tuten,
und vorbei ist’s mit der Ruhe.
Paul bewegt die Segelschuhe,
will mal anders disponieren
und die Füße umplatzieren.

Egon schätzt nicht solche Hektik;
die ihm eigene Dialektik
sträubt sich, denn sie liebt die Ruhe,
gegen umplatzierte Schuhe.

Jetzt in kurzer Angelpause
während einer kleinen Jause
kauend auf zwei Nickerpumpel
mahnt er also seinen Kumpel,
Mach hier bitte nicht den Deppen!
Willst du angeln oder steppen?

          ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ         X