Ellipse: Prall und Proll
     

 

               Nackte Gier

Mittags an der Edenbar,
wo ein jeder Mann schon war,
kommt flugs aus dem Künstlertrakt
eine Dame, splitternackt,
tanzt dort wohl als Tänzerin,
jeder schaut da gerne hin.

Nach dem Auftritt, ihrem Tanz
voller Extra- und -Vaganz
geht sie eilig in der Näh,
wie sie ist, ins Eis-Café,
nackt nimmt sie am Tischchen Platz,
sagt zum Kellner: Du mein Schatz,
bring mir einen Eis-Kaffee
und den Becher St. Tropez.


Schatz ist nervlich völlig hin,
klappert mit Gebiss und Kinn,
bleibt wie angewurzelt steh
en,
um den Traum von Frau zu seh
en.

Die verliert nun die Geduld,
fragt Herrn Schatz jetzt ohne Huld:
Nun, wie ist das, junger Mann,
schaffst du heut das Zeug noch ran?

Oder bist du etwa scheu,
ist mein Anblick dir ganz neu?
Eine splitternackte Frau
ist doch keine Wollmilchsau,
die grad ihre Eier legt.
Oder fühlst du dich erregt?


Kellnerschatz kann fast nicht mehr,
rollt die Augen hin und her:
Nein, Madame, ich bitte sehr,
ich bin nur, wer weiß woher,
lediglich, sie ahnen schon,
muss mich sammeln, Frustration,
ist ja auch nicht jeden Tag;
was ich bloß beim Beichten sag?

Hab mir nur grad ausgemalt,
wie das ist, wenn die gleich zahlt.
Frag mich nur, wie ich sie seh,
wo hat die ihr Portemonnaie.


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