Ellipse: Prall und Proll
     

 

       Lebensmittelkontrolletti
                               oder
        leider, leider nix paletti

Ach, mein Gott, wie wir das hassen!
Wird man uns je Ruhe lassen?
Permanent die ach so tolle
volle Qualitätskontrolle!

Alles will man inspizieren,
regulieren und normieren,
immer wieder neu fixieren,
projektieren, kontrollieren,
letztlich uns nur drangsalieren.

Alles hier in meiner Schänke,
alles, was Regale, Schränke,
Boden oder Keller bergen,
prüfen diese Pingelsschergen
dreister Überwachungsämter,
jährlich etwas unverschämter
als sie in den letzten Jahren
das ja ohnehin schon waren.

Alles, was die Gäste kaufen
und im Stehen, Sitzen, Laufen
essen, trinken, saufen, nippen,
hinter ihre Binde kippen,
geht zunächst zur Analyse,
mir doch mächtig auf die Drüse.

Damals bald schon nach der Wende
gab´s Kontrollen ohne Ende.
Damals ging es um die Reinheit
deutschen Bieres nach der Einheit.

Also kam da so ein Büttel,
nahm nach Rühren und Gerüttel
aus dem Fass zwei kleine Proben,
unten was und was von oben.

Dabei sollt es doch nicht bleiben,
bald schon kam ein langes Schreiben
aus dem Amt für Vet
erinäre,
Hauptabteilung Kranke Mähre.
Sehr geehrter Antragsteller,
leider ging es hier nicht schneller,
nach erfolgter Bierkontrolle
geben wir zu Protokolle...
....bla, bla, bla, genau deswegen...
und verweigern drum den Segen...
...bla, bla, bla auch zu kredenzen....
...streichen wir die Schanklizenzen.
Freundlichst grüßt und u.s.w.....
...Bla Bla, Hauptabteilungsleiter.


Im Postscript war noch zu lesen,
was der wahre Grund gewesen.
Nur per Hand und ganz vertraulich
schrieb man, leider kaum erbaulich:
In der Analyse steht es,
dieses Pferd hat Diabetes.

         ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ         X