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Kölner Mädchen
Köln
am Rhein
Ida kannte Friedalein
schon in frühster Kinderzeit,
längst ist dies Vergangenheit.
Ida ist jetzt neunzig Jahr´,
hält sich wacker, wunderbar.
Frieda zählt zwei Jahre mehr,
nur das Laufen fällt ihr schwer.
Jeden Mittwoch trifft man sich,
freut sich darauf sicherlich.
Treffpunkt ist das Friedhofstor,
mit System geht dann man vor:
Erst das Grab von Friedas Hein,
der kam viel zu früh hinein.
Hein, er war ein armes Schwein.
Frieda schmerzt das linke Bein.
Ida ihren Weinkrampf kriegt,
den sie nie so recht besiegt,
weil sie weiß, dass Hein hier liegt,
der auch mal ihr Lover war.
Hein, wie warst Du wunderbar!
Weiter dann zu Idas Tün,
der war doch zuletzt so dünn.
Frieda fragt sich jedesmal,
eigentlich auch scheißegal,
ob die Ida doch wohl weiß,
dass auf Tün auch sie mal heiß,
und auch er auf sie es war.
Tün, wie warst Du wunderbar!
Sonnenschein und frische Luft,
Ruhe und auch Blumenduft,
ein Idyll wie dazumal
dort im Kleinen Walsertal!
Heute zeigt die Ina stolz,
teuer zwar, jedoch was soll´s
Frieda ihren neuen Hut,
das tut ihrem Ego gut.
Neu gekauft für meinen Hein,
so viel Luxus muss schon sein.
Frieda, dieses blöde ...schloch,
fragt Na, Ida, lohnt das noch?
Ida ist und bleibt verstummt.
Nur ein Honigbienchen summt.
Draußen an der Straßenbahn,
jene über Porz nach Wahn,
klagt uns Frieda: Au, mein Bein!
Heute muss es wohl so sein,
hab zwar schon den Rückfahrschein,
dass ich mit dem Taxi fahr´.
Mit der Trambahn? Undenkbar,
denn im Bein der arge Schmerz
ist schon lange mehr kein Scherz.
Ida scheint zutiefst geschockt,
dass ihr fast der Atem stockt.
Sagt gefasst: Ich frag mich doch,
eine Heimfahrt, lohnt die noch?

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