Ellipse: Prall und Proll
     

 

                Jubelfeier

Paul mit seinen hundert Jahren,
die nicht immer glücklich waren,
will man hier im Rathaus ehren,
lang noch soll er davon zehren.

Pfarrer, Landrat, Bürgermeister
- Dick und Doof, dazu ein Feister -
wollen höchst respektvoll reden,
diese Aussicht schreckt gar jeden.

Eine große Blaskapelle
ist mit Dur und Moll zur Stelle.
Auch ein Kinderchor will singen,
Paul ein kleines Ständchen bringen.

Blumenschmuck so wie Girlanden
sind noch massenhaft vorhanden
von der letzten Trauerfeier
für den Schützenkönig Meier.

Schnittchen gibt es, Wein und Bierchen
für den Gaumen und die Nierchen,
und an gar nichts darf es fehlen
nicht den Körpern, nicht den Seelen.

Schöner kann allhier auf Erden
solch ein Fest doch gar nicht werden.

Nur...zur festgesetzten Stunde
macht die Nachricht schnell die Runde,
Paul, der Nestor, er erspare
sich die Feier seiner Jahre,
werde also nicht erscheinen.
Manchem ist da doch zum Weinen.

Als man das WARUM erfragte,
Paul erst über Rheuma klagte,
dann noch über Herzklabaster
und manch koronares Laster,
auch sein Kreislauf, nicht der beste,
sei entschieden gegen Feste.

Keiner will ihm das recht glauben,
und dann unter Daumenschrauben
gibt er zu, eh er verrecke,
sag´ er, wer dahinterstecke:
Den Besuch von Erzidioten
hat mein Papa mir verboten.

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