Ellipse: Prall und Proll
     

 

             Haussammlung
                   für ein Kinderheim

An der Haustür klingelt, steht
jemand der nicht weitergeht.
Olga öffnet einen Spalt,
draußen ist´s ja bitterkalt.

Vor ihr steht `ne junge Frau
- friert wohl selber auch wie Sau -
und stellt sich sehr höflich vor:
Von dem Kinderheim EVANG
komme sie und heiße Lang.

Heut sei erstmals Sammeltag
für den aus gedienten Prüll
falls ihn wirklich keiner mag
außer echten alten Müll.

Nach noch manchem Argument,
das man von solch Sammlern kennt,
kommt Frau Lang dann doch zum Schluss,
weil sie ja noch weiter muss:

Wo es irgendetwas gibt,
das man wirklich nicht mehr liebt,
weil es einen nur beengt,
wird es gerne mal verschenkt.

So was nehm ich sehr gern mit
außer - nochmals! - echten shit.
Vieles, ist es noch so klein,
kann dem Heim doch nützlich sein.


Olga hört es, Olga staunt,
wirkt auf einmal gut gelaunt,
als sie bei dem Wort verschenkt
an die beiden Kinder denkt,
die sie oftmals heimlich still
auf den Mond gern schießen will,
dreht sich kurz entschlossen um
und ruft quer durch´s Atrium:
Justin, Kevin, bitte sehr,
kommt doch jetzt - macht flott - mal her!!



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