Ellipse: Prall und Proll
     

 

               Hamsterkauf

Wozu Hamsterkäufe führen,
kriegt´ ich neulich noch zu spüren
während der Koronakrise.

Keine war so schlimm wie diese.

Lange war ich schon am Denken:
Musst dem Kind doch etwas schenken
zum Geburtstag: Sieben Jahre
wird Hans Peter unser Junge
mit der kerngesunden Lunge.


Also zog ich los, mein Fluchen
hör´ ich jetzt noch, denn mein Suchen
war erfolglos. Stund´ um Stunde
zog sich meine Einkaufsrunde
hin durch viele Shops und Läden,
die für viele, fast für jeden,
wunderschöne Dinge boten,
nur für mich nicht, den halb Toten,
den erschöpften Vollidioten,
der nur was Spezielles wollte
und beim Abgang dann gar schmollte,
weil man nicht zu dienen wusste,
was man ja auch gar nicht musste;
schließlich führt im Fall des Falles
nicht gleich jeder Laden alles.

Was ich sonst so sah beim Kaufen
(kaufen Wollen, nicht beim Kaufen),
war fürwahr zum Haare Raufen:

Lücken, Leerstand in Regalen,
kaum noch irgendwie mit Zahlen
mathematisch zu beschreiben!

Wo die Sachen alle bleiben?
fragen sich die Disponenten.
Stiegen etwa Löhne, Renten,
dass die Kunde alle Kassen
laut und lauter klingeln lassen?


Warum grad in Übermengen,
die ein jedes Maß gleich sprengen,
Leute Wein und Schnäpse kaufen,
ist schon klar, sie wollen saufen.

Aber warum weiße Rollen,
die dem Hintern dienen sollen?
Gut! Er kann gewiss nicht schaden,
so ein Vorrat aus dem Laden.

Aber Doppelzentner, Tonen!??!

Bringt uns Klopapier denn Wonnen,
die in Menschen Lüste wecken,
welche jetzt sie erst entdecken.

Hat allhier in unsren Landen
irgendwer was falsch verstanden,
als er hörte - wo auch immer -:
Schlimmer geht es wirklich nimmer!
Und so wahr ich Hugo heiße,
diese Krise ist schon Scheiße?

Oder hat, wie man berichtet,
angstgesteuert wer gedichtet:
  Einer hustet. - Nichts dabei!
  Sechs, wenn´s gut läuft, sind´s nur drei,
  kriegen gleich die Scheißerei.

Angst ist halt kein Kinderspiel!
Das weiß, wen sie je befiel.

Doch zurück jetzt zu dem Ringen
mit der Tücke in den Dingen,
zu den vielen Hamsterkäufen,
die sich täg- und deutlich häufen,
mir speziell Probleme machten,
mich in die Bredouille brachten.

Auf der Suche nach der Gabe,
die ich ausgedacht mir habe
für den Festtag meines Jungen
- meinen Lenden abgerungen -
war ich unter lautem Schnaufen
durch die ganze Stadt gelaufen.

Nur in unsrem kleinen Städtchen
waren zahllos viele Frettchen,
nur - da kommt man doch ans Saufen -
keine Hamster mehr zu kaufen.



          ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ        X