Ellipse: Prall und Proll
     

 

                     Es ist
          schon           ein
                      Kreuz.

Kirsten liebt das Kreuzwortraten
sonntags nach dem Rinderbraten.
Um sich geistig einzurenken,
muss sie senk- und waagerecht denken.

Papa döst in seiner Ecke,
Mama brachte ihn zur Strecke
mit dem krossen Sonntagsbraten
und zwei frischen Obstsalaten.

Lauthals hört man Mama fluchen
vor dem frischen Käsekuchen;
der bringt keine Lust zum Wallen,
schwarz verbrannt und eingefallen.

Kirsten spürt, zu viel Verdauen
kann den Rätselspaß versauen,
denn man wird nur geistig träge,
so als wenn im Sarg man läge.

Papa, fragt sie, du Gescheiter,
hilfst du mir hier kurz mal weiter?
Soll dich deine Tochter lieben,
sag ihr bitte senkrecht sieben:

Lebensende? Nur drei Zeichen!
Ist das nicht zum Steinerweichen,
dass ich das nicht selber raffe?
Gott verdammt, mich laust der Affe!


Papa, so wie immer weise,
brabbelt kaum vernehmbar leise:
Kindchen, so wie ich das sehe
heißt die Lösung doch wohl Ehe.

 

         ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ     ̶    ᵕ           X