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Die lieben Nachbarn
Sie sind fürwahr der reinste Knüller,
die dort im Garten von Herrn Müller
für jedermann als Blickfang stehen,
man kann sie schon vom weiten sehen,
vier Kollosal-Moai-Stelen,

die allerdings die Nachbarn quälen,
da sie ästhetisch gar nicht passen
zu all den kitschig bunten Massen
an handbemalten Gartenzwergen,
die jeden Kleingeist in ich bergen,
der typisch ist für hier die Leute,
viel mehr von gestern als von heute.
Die haben nun den Dreh gefunden,
per Diskussion in vielen Stunden,
ein nicht letales Gift zu mischen,
um Müller mal ein auszuwischen.
Ein Männlein samt `ner Aktentasch,
heraus lugt eine Thermosflasche,
klopft hörbar laut an Müllers Pforte,
der Musicus nennt das wohl forte.
Die Tür geht auf, er stellt sich vor,
und Müller ist dabei ganz Ohr:
Mein Name ist Horst Wiedukampt,
ich komme vom Kulturschutzamt.
Ich will jetzt ganz pauschal nur sagen,
man hat mit dringlich lautem Klagen
uns einen Kasus zugetragen,
der interkulturell zwar Mist,
doch leider nicht verboten ist.
Das zwingt uns, werden Sie verstehen,
vor Ort dem hier mal nachzugehen.
Sie hätten, was sich oft ereignet,
sich kulturell was angeignet.

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