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Brüderlein
Heiße Ben, war Einzelkind,
wie das viele andre sind.
Einzel- aber war einmal!
Ließen sie mir ein Wahl,
meine Eltern, Ma und Pa?
Plötzlich war der Bengel da,
lag verpennt im Kinderbett.
Ach, wie ist der süß und nett!
jauchzte jeder, der ihn sah,
Tante, Opa, Omama,
alle kamen zu Besuch,
ich verkniff mir manchen Fluch.
Alle, selbst mein Onkel Curth
kamen zu der Missgeburt,
außer die mit Weihrauch, Tand
aus dem fernen Morgenland.
Und die Sterne überm Haus
sahen so wie immer aus.
Hätte mich man mal gefragt,
hätte ich sofort gesagt:
Morgen kommt die Müllabfuhr,
macht jetzt bitte nicht auf stur.
Restmüll ist doch morgen dran.
Jeder gibt, was er nur kann.
Bringt das Blag mir einfach her,
diese Tonne ist noch leer.
Jetzt verdirbt die kleine Sau
täglich mir noch meine Schau,
dadurch dass man ihn nur herzt,
was mein Ego herzlich schmerzt.
Wenn du ihm ein Küsschen gibst,
fühlt er, dass auch du ihn liebst.
Damit kam nicht dann und wann,
sondern Mamma täglich an.
Oftmals dachte ich schon nach,
was sich davon Ma versprach.
Mama bot mir dafür dann
täglich frischen Pudding an.
Ich jedoch, ich winkte nur
ab und blieb in meiner Spur,
denn ich mag´s zum Teufel nicht,
wenn mich irgendwer besticht.
Schließlich ward der kleine Wicht
- wer sich da das Haar nicht rauft! -
auf den Namen Steve getauft.
Gärte in mir auch die Wut,
fand ich diesen Namen gut.
Ja, ich liebte ihn gar fast,
weil er zu dem Saukerl passt,
da von nun an alle Welt
ihn nur für das Steve-Kind hält.

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