Ellipse: Prall und Proll
     

 

                 Beichte

Vater, flüster Jungfer Hilde
ganz dezent, ganz sanft, ganz milde.
Vater, habe viel gesündigt,
Gotteskindschaft aufgekündigt.

So beginnt sie ihre Beichte,
die gewiss nur selten leichte.

Sie bereut die schweren Sünden,
ist bereit, sie zu verkünden
vor des Priesters wachen Ohren,
glaubt ja doch, sie sei verloren,
hätte sie nicht abgeschworen
Satan und den finst
eren Mächten,
die sie sonst zur Hölle brächten.


Nur in einem will sie wagen,
lieber erst mal nachzufragen,
ob sie das zu beichten habe,
woran sie sich gierig labe,
dass sie oft vorm Spiegel stehe,
nackt und voll Entzücken sehe,
wie viel Schönheit da erscheine,
sie dann riefe: Das ist meine.

Wie sei das nun zu entscheiden,
sei das Sünde und zu meiden
?

Sünde? Nein! kommt durch das Gitter.
Was nun folgt, das klingt schon bitter:
Sünde? Nein! - jetzt mit Gekicher -
Doch ein Irrtum ist das sicher.

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