Ellipse: Prall und Proll
     

 

              Auf Sendung

Einer von den Allerbesten*
fliegt den Jumbo stracks nach Westen,
um dann irgendwann zu landen,
wo einst Indianer standen,
wo so mancher Trapper trabte,
Pferde am Potomac labte.

Leider, leider, dummerweise
steht das Mikro nicht auf LEISE,
das im Cockpit der Piloten,
dieser echten Vollidioten,
ist auch nicht auf STUMM geschaltet,
denn die Technik ist veraltet.

Also kann da jeder hören,
alte Leute, junge Gören
und auch die Touristenklasse,
- so geseh
en die breite Masse -
was im Cockpit die Piloten,
an pikanten Anekdoten,
an Privatem alles quatschten
und dabei noch ab- sich -klatschten.

Chefpilot Ernst August Knille
mit der feinen Nickelbrille,
scheint sich wohlig lang zu recken:
Lass mir jetzt den Kaffee schmecken,
dann könnt ihr am Arsch mich lecken,
auch die lieben Stewardessen.
Schließlich bis zum nächsten Fressen
dürfen die sich mal was leisten.
Ich gönn´ denen das am meisten.


Stewardess Britt Kunigunde
macht gerade ihre Runde,
hört das und in der Sekunde
rast sie trotz enormer Enge
wie ein Wiesel durch die Gänge,
um den Chief sofort zu stoppen,
denn sie fürchtet, jener melde
sich zu Wort zum Poppen
und zwar gleich, nicht erst in Bälde.

Vorne in der dritten Reihe
sitzt bequem die Oma Dreye,
sieht die junge Dame rennen,
kann sie nicht beim Namen nennen,
doch sie ruft ihr zu: Verweile!
Langsam, langsam, ohne Eile!
Diesen Kerl am Arsch zu lecken,
kann doch so gut gar nicht schmecken.
Nimm hier Platz zu meiner Linken!
Lass ihn erst mal Kaffee trinken!


*
nur rein technisch, streng genommen,
   doch als Mensch/Mann unvollkommen!

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