Ellipse: Prall und Proll
     

 

                Abhängig

Heidis Mann liebt nur das eine,
denn das ist für ihn nur reine,
pure Lust, ein Mordsvergnügen
- gibt es daran was zu rügen? -:
Konzentriert beim Kreuzwortlösen
wird er niemals pennen, dösen.

Tag und Nacht, eins nach dem andern
löst er. Durch die Wohnung wandern
sieht man ihn. In jedem Zimmer
schwebt so ein gewisser Schimmer
krampfhaft zähen, harten Denkens,
Grübelns und Gehirnverrenkens.

Ständig löst er schwere Fragen,
was die Eskimos so tragen,
wie er heißt, der Priesterkragen.
Wo liegt wirklich Entenhausen?
Was sind eigentlich Banausen?
Was macht Pooh, das Bärchen, heiter?
Und so weiter und so weiter!

Ganz scheint er drin zu versinken,
fängt schon selber an zu stinken,
denn er mag sich nicht mehr waschen,
isst nichts mehr, will kurz nur naschen,
was er grad so kann erhaschen
von den leck
eren Sahnetorten
neben seinen Kreuzungsworten,
mag Beachtung keinem schenken
tief erstarrt beim Kreuzwortdenken.
Alles bröckelt, selbst intakte,
schönste Sozialkontakte.

Heidi will vor Scham vergehen,
denn sie muss nun doch gestehen,
er sei fast bei Ehepflichten,
die es gilt mal zu verrichten,
völlig impotent geblieben.

Als sie neulich spät am Abend
sich an einem Rotwein labend
zu ihm ging und heftig klagte,
weil er nichts mehr Liebes sagte,
gab er zu: Ich muss mich wandeln!
So darf ich dich nicht behandeln.

Sag! Was möchtest du denn hören?
Würde es dich wirklich stören,
wenn es waag
erecht passend wäre,
irgendwas mit Atmosphäre?

Wie viel Zeichen soll es haben?
Sieben oder acht Buchstaben?
Und damit wir uns verstehen,
darf ein Ypsilon drin stehen?

 


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