Ellipse: Prall und Proll
     

 

                2nd Service

Fridolin, der Bungee-Springer,
macht schon wirklich dolle Dinger,
springt selbst in die tiefste Tiefe,
Augen zu, als ob er schliefe.

Frei von jeder Erdenschwere
spürt er nur noch Luft und Leere,
nichts scheint ihn da zu bedrängen
oder etwa einzuengen.

Nur der Luftzug um die Ohren
will sich ins Gehirn ihm bohren.
Pure Lust am Fliegen, Fallen,
bis die Haltegurte knallen!

Und kopfüber dann im Schwingen
möchte er vor Wonne singen.
Pendelnd kribbeln beide Hoden,
schleift sein Scheitel fast am Boden.

Das Gespür für Angst und Bange
ist zwar da, doch niemals lange.
Frido hat, das ist das Tolle,
alles unter Vollkontrolle.

Neulich doch bekam der Junge
mitten in dem kühnsten Sprunge
Höllenängste und Visionen,
die im Unbewussten wohnen:

Wenn die Stricke einmal reißen,
kann ich niemals wieder scheißen.
Bin ich erst mal aufgeschlagen,
sitz mein Kopf tief unterm Kragen.

Wär´ es da nicht doch vernünftig,
morgen übermorgen, künftig
so wie all die andren vielen
Tennis dann und wann zu spielen?

Grad beim Tennis hofft am Ende
jeder noch auf eine Wende,
die `s nicht gibt beim Bungee-Springen.

Um die Wende noch zu bringen
darf´s der Tennisspieler wagen,
zweimal kräftig aufzuschlagen.

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